Auszug aus dem Jurybericht:
"Die Arbeit erzeugt mit seiner Setzung der beiden neuen Baukörper einen zusätzlichen Zugangsbereich zwischen dem denkmalgeschützten Hausmeisterhaus und der neuen Sporthalle, der gleichwertig zum bestehenden Zugang in eine Querverbindung mündet, die alle Gebäude des Heinrich-Suso-Gymnasiums erschließt. Zusätzlich werden übersichtliche Eingangszonen separat für das Schulgebäude bzw. der Sporthalle mit einem gut nutzbaren Freiraum an der Eichhornstraße geschaffen."
Situation
KONZEPT:
Die Erweiterung des Heinrich-Suso-Gymnasiums wird auf identischer Höhe des Neubaus von 2009 süd- westlich auf dem Wettbewerbsgrundstück platziert. Der Neubau der Sporthalle wird als selbstständig funktionierendes Gebäude, entlang der östlichen Grundstücksgrenze gesetzt. Hierdurch wird mit dem historischen Bestandsbau ein spannungsreiches Ensemble geschaffen. Die Neubauten sind 3-geschossig und treppen sich, im Vergleich zum Bestand, wohltuend zur angrenzenden Wohnbebauung des Musikerviertels ab. Durch die Setzung der Gebäude entsteht ein neuer Schulhof welcher sich nach Norden zur Eichhornstraße orientiert gleichzeitig übernehmen die Gebäude die Wirkung einer schalltechnischen Trennung zwischen dem stärker genutzen Aussenbereich und den südlichen und westlich angrenzenden Wohngebäuden. Der Hauptzugang zu beiden Gebäuden erfolgt vom neu geschaffenen Schulhof
Querschnitt
Grundriss EG
Grundriss OG
ERSCHLIEßUNG:
Über eine vierstufige Treppenanlage im Norden gelangt man in einen nach Süden durchgesteckten Erschließungsflur, der abschnittsweise als pädagogisch nutzbare Verkehrsfläche mit Ausstellungsbereichen ausgebildet ist.
Eine zentrale Wendeltreppe erschließt das um 90° gedrehte Obergeschoss. Die beiden Geschosse sind als zweihüftige Anlage organisiert, mit Unterrichts- und Nebenräumen entlang einer mittigen Differenzierungszone. Fachräume wie Biologie und Chemie können über mobile, teils transparente Trennwände zu den Kooperationsbereichen geöffnet werden und ermöglichen so interdisziplinäres Arbeiten.
Im Obergeschoss verbindet ein Steg den Neubau mit dem westlichen Bestandsgebäude sowie der östlich gelegenen Sporthalle. Offene Sitz- und Arbeitsbereiche entlang dieser Verbindung schaffen eine räumlich erfahrbare Lernlandschaft.
Die Dachfläche des Sporthallenfoyers wird als teilweise begehbares Biodiversitätsdach ausgebildet und dient als Lern- und Experimentierraum. Über eine Treppenanlage am Ende des Stegs sind Sporthalle und Umkleiden barrierefrei erreichbar. Die Sporthalle wird zusätzlich ebenerdig vom Schulhof erschlossen, wodurch eine getrennte Nutzung für Schul- und Vereinssport möglich ist.
ERWEITERUNGSMÖGLICHKEIT:
Durch die geringe Anzahl der Stockwerke besteht die Möglichkeit den Schulneubau um ein weiteres Stockwerk aufzustocken. Dabei werden die Fach- und Nebenräume Biologie und Chemie einfach dupliziert. Hierdurch würde die neu geschaffene Dachoberkante der Schule die Traufkante der Mensa aufnehmen. Durch die Ergänzung einer Fluchttreppe im Lagerraum des 1.OG's ist ein direkter Fluchtweg ins freie gegeben.
Durch die geringe Anzahl der Stockwerke besteht die Möglichkeit den Schulneubau um ein weiteres Stockwerk aufzustocken. Dabei werden die Fach- und Nebenräume Biologie und Chemie einfach dupliziert. Hierdurch würde die neu geschaffene Dachoberkante der Schule die Traufkante der Mensa aufnehmen. Durch die Ergänzung einer Fluchttreppe im Lagerraum des 1.OG's ist ein direkter Fluchtweg ins freie gegeben.
Visualisierung Steg
Ansichten
KONSTRUKTION
Das Gebäudeensemble ist als Holz-Hybrid-Konstruktion konzipiert: Die betonierten Untergeschosse bilden den Sockel für den aufgesetzten Holzbau. Durch den Einsatz von Holz und Recyclingbeton werden die CO₂-Emissionen im Lebenszyklus reduziert. Die Tragstruktur bleibt innen sichtbar und ist auch nach außen ablesbar. Sie prägt den Charakter eines veredelten Rohbaus und macht die Materialität erfahrbar. Vorfertigte, geschosshohe Fassadenmodule reagieren flexibel auf die jeweilige Nutzung und strukturieren das Erscheinungsbild. Das Hallendach wird mit schlanken Vollholzbindern in regelmäßigem Raster ausgebildet und ermöglicht eine wirtschaftliche und dauerhafte Konstruktion.
KREISLAUFFÄHIGKEIT
Die Konstruktion folgt dem Prinzip des „einfachen Bauens“ und setzt auf sortenreine, rückbaubare Materialien. Holzrahmenmodule mit Strohdämmung sowie Lehm- und Holzbauteile ermöglichen eine weitgehend kreislauffähige Bauweise im Sinne von „Cradle to Cradle“.
ENERGIEKONZEPT
Eine kompakte Bauweise, gute Dämmstandards und eine dichte Gebäudehülle ermöglichen den Effizienzhaus-Standard. Außenliegender Sonnenschutz, natürliche Lüftung und Nachtauskühlung sorgen für ein angenehmes Raumklima. Photovoltaikflächen und begrünte Dächer ergänzen das Konzept und tragen zu einem ressourcenschonenden Betrieb bei.
Fassadenschnitt Schule
Fassadenschnitt Sporthalle
Visualisierung Pausenhof
Gesamtlayout