Am Rand eines Gärtnereibetriebs, im Übergang zwischen Dorf und Kulturlandschaft, ersetzt der Neubau „Petersilie“ das ehemalige Wohnhaus und öffnet den Ort für eine gemeinschaftliche Form des Wohnens. Mehrere Bewohner*innen teilen sich hier Alltag und Privaträume ergänzt durch eine große Wohnküche und einen Veranstaltungsraum, der auch dem Betrieb und der 
Nachbarschaft offensteht.


Der Baukörper folgt der Logik des Ortes. In der Verlängerung der Gewächshausachse setzt er deren räumliche Ordnung fort und 
bildet zugleich den räumlichen Abschluss des Ensembles. Zwischen Hofladen und Haus spannt sich ein neuer Außenraum auf 
ein Hof, der als Treffpunkt, Marktfläche oder Aufenthaltsort unterschiedlich bespielt werden kann.

Volumen Piktogramm

Situation


KONZEPT:
Das Haus selbst nimmt Motive der Gewächshäuser auf: die klare Rasterung, die geneigten Dächer, die einfache, wiederholbare Struktur. Was dort dem Wachstum der Pflanzen dient, wird hier zur räumlichen Grundlage des gemeinschaftlichen Wohnens.
Beim Eintreten öffnet sich unmittelbar das Herz des Hauses ein großzügiger Raum, der sich vom Erdgeschoss bis unter den Giebel spannt. Er ist Verteiler, Wohnzimmer und Begegnungsort zugleich. Von hier verzweigen sich Wege und Räume, entstehen Nischen, Rückzugsorte und wechselnde Perspektiven.

Im Erdgeschoss organisiert sich der Alltag rund um die große Wohnküche mit angrenzendem Lagerraum für die Ernte der Gärtnerei. Ein Veranstaltungsraum mit Teeküche ergänzt das gemeinschaftliche Leben und kann unabhängig vom Haus genutzt werden. 
Darüber liegen sechs Zimmer, die sich jeweils über zwei Ebenen entfalten. Unter dem offenen Giebel entstehen zusätzliche Plattformen kleine erhöhte Räume im Raum, die als Schlafbereiche genutzt werden. Entlang der Flure bilden weitere Rückzugsebenen ruhige Gegenpole zum gemeinschaftlichen Zentrum.

Grundriss EG

Grundriss OG

Schnitt B-B

Schnitt A-A

Ansicht Nord

Ansicht Ost

Ansicht West

Ansicht Süd

Axonometrie


KONSTRUKTION
Die Konstruktion folgt konsequent ökologischen Prinzipien. Der bestehende Keller bleibt als Fundament erhalten. Darauf steht 
ein Holzständerbau mit Strohdämmung, innen mit Lehm verputzt und außen von einer unbehandelten Lärchenfassade geschützt. 
Geheizt wird das Haus mit der überschüssigen Wärme der Stückgutheizung der Gewächshäuser. Eine Photovoltaikanlage unterstützt die Energieversorgung, das Abwasser wird in einer eigens angelegten Pflanzenkläranlage aufbereitet. 
Die Konstruktion setzt auf konsequenten konstruktiven Holzschutz und vermeidet verklebte Bauteile – zugunsten einer robusten, langlebigen und sortenrein trennbaren Bauweise. Stroh, Holz und Lehm bilden dabei einen Materialkreislauf, der ebenso einfach wie selbstverständlich ist. So entsteht ein Haus, das aus dem Ort heraus entwickelt wurde und ein Stück seiner Logik weiterbaut.

Konstruktions Axonometrie

Detailansichten

Architekturprojekt 2021-2023
Freie Arbeit
In Zusammenarbeit mit Architektur Klein
LPH 1-7

Weitere Projekte

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